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Impressum

 

 

Die Schule:

Selma-Rosenfeld-Realschule Eppingen

Berliner Ring 22

75031 Eppingen

Tel.: 07262-920600

Fax: 07262-920601

E-Mail:

selma-rosenfeld-realschule@eppingerschulen.de

 

 

Schulleitung:

RRín Silke Döll, Schulleiterin

RKRin Heike Biegel

2. RKR Benjamin Exner, 2. Konrektor

 

 

Datenschutzbeauftragter:

Datenschutzbeauftragter gemäß Art. 37 DS-GVO

datenschutzbeauftragter.Schulen@ssa-hn.kv.bwl.de

 

 

 

Selma Rosenfeld (1892-1984)


Oft werden wir Lehrer oder Schüler auf den Namen unserer Schule angesprochen. 
Rosenfeld- ein wohlklingender Name, den sich die Familie Anfang des 19. Jahrhunderts herausgesucht hatte.
Doch  das ist natürlich nicht alles.
Da ist zum einen die Persönlichkeit Selmas und da sind zum anderen die Werte, die sie gelebt hat, und die die Basis unseres Schullebens bilden.
Selma wurde 1892 hier in Eppingen geboren, im Ratskeller, der nach wie vor Wirthausstube ist, und in dessen Inneren sich eigentlich nicht viel verändert hat, eine der wenigen noch erhaltenen, ehemals jüdischen Gaststätten.
 Ihr Lebensweg klingt sehr vertraut, sie geht auf die damalige Realschule in Eppingen, besucht dann 4 Jahre lang das Lehrerinnenseminar in Karlsruhe, besteht die Prüfung mit Auszeichnung  und- heute so nicht mehr möglich- wird im selben Jahr verbeamtet.  
Zunächst führt sie ihr Weg vom Kraichgau weg, mit 26 Jahren aber kann sie in Eppingen die Klasse 3b (35 Mädchen)übernehmen und unterrichtet diese bis zu ihrem Abschluss in der 8. Klasse.
Es scheint, als ob sie –bezeichnend für passionierte Lehrer, den Schulabschluss ihrer Klasse abgewartet hat, um die nächste Station in ihrem Leben in Angriff zu nehmen. Sie lässt sich ein Jahr beurlauben, um mit ihrer Mutter-der Vater starb 2 Jahre zuvor, ihrer älteren Schwester Mina und ihrem jüngeren Bruder Julius Deutschland zu verlassen. Was war geschehen? Wir schreiben erst das Jahr 1924, zu früh, um alleine politische Gründe dafür verantwortlich zu machen.
Zum einen gab es da die privaten Gründe, Unstimmigkeiten in der Führung des Ratskellers, dann war da Selmas Schwester, die nach kurzer Ehe im Jahr zuvor ihren Ehemann verloren hatte.
Zum andere waren da die beruflichen Gründe: Selmas ältester Bruder, Adolf, war bereits mit 16 Jahren in die USA ausgewandert und war äußerst erfolgreicher Geschäftsmann im Bundesstaat Montana. Für Selma, Mina und Julius versprach man sich also bessere berufliche Aufstiegsmöglichkeiten.
 Aus Los Angeles schreibt sie Briefe nach Eppingen, besonders an ihre Freundin Elise Morlock, teils in eppingerisch, teils in Hochdeutsch, in denen sie sich als weltoffene, wissbegierige, musikinteressierte junge Frau zeigt: Sie ist begeisterst vom kulturellen Leben, von den Konzerten, dem Theater. Auch in der englischen Sprache macht sie schnell Fortschritte.  Sie widmet sich intensiv den Weiterstudien, sie macht den Master an der University of California in Berkley .
1930, im Alter von 38 Jahren übernimmt sie die Professur für Deutsch am Los Angeles Junior College. Sie gründet einen Mädchenchor, dem 25 Deutschstudentinnen deutscher Herkunft angehören, singt Lieder von Strauß, Schumann, Brahms und Mozart.  
Sie ist Mitglied im Deutschen Verein, hält Vorträge über deutsche Schriftsteller wie beispielsweise Hermann Hesse, veröffentlicht ein Buch über die deutsche Gegenwartsliteratur, schreibt ein Vorwort zu Ludwig Thomas Lausbubengeschichten,… .
Sie zeigt sich als sehr heimatverbunden und lässt den Kontakt zu Eppingen nie abbrechen. Sie leidet mit, wenn ihre Freundin ihr von den Ereignissen im Nazideutschland berichtet, leidet mit, wenn wieder jemand Bekanntes Opfer des Rassenwahns wird.  Sie schreibt:
Elise, ich bin froh darüber, selbst für die wenigen Stunden, in denen ich wieder neu die Überzeugung gefunden habe, dass wir dieselben guten Freunde geblieben sind und bleiben werden. Und das ist heutzutage in dem Weltdurcheinander eine Beruhigung, nicht wahr? Denn wir Menschen, ob wir beisammen oder entfernt sind, brauchen einander, ganz gleich ob wir glauben oder nicht glauben.
1951 hält sie einen Vortrag über den Wandel des deutschen Schulsystems und das lässt mich zu der abschließenden Frage kommen, wie sie denn so war als Lehrerin und Dozentin.
Von ihrer Zeit als Lehrerin ist uns die Schüleraussage überliefert, dass sie eine sehr gute und gerechte Lehrerin war.

 

Von ihrer Zeit als Dozentin liegen uns Impressionen einiger ihrer Studenten vor:
So wissen wir von Daniel Hennessy, dass Selma keine Schönheit im klassischen Sinne war, eine Drüsenerkrankung als junge Frau war der Grund hierfür.
  Er schrieb:
„Immer wieder sah ich die Magie ihrer Humanität und wie ihr liebenswerter Geist Entfremdung in Bewunderung verwandelte. Ihre innere Schönheit strahlte immer durch.“  Ein sehr wertschätzender, ehrlicher  Kommentar, denn Wertschätzung  und Ehrlichkeit waren Werte, die auch Selma ihren Studenten und Schülern mit auf den Weg gab.
Selma war in vorangeschrittenem Alter als „Old Rosie“-so stellte sie sich auch Neustudenten vor- sehr beliebt. Laut Daniel Hennessy sprach sie ein syntaktisch perfektes Englisch, verschönert durch einen stürmischen, deutschen- oder sollen wir besser sagen eppingerischem- Akzent. Sie war  humorvoll und den faulen football-Spielern aus der hintersten Reihe des Hörsaales machte sie durchaus auch mal mit einer gigantischen Wasserpistole Beine.
 Selma blieb Eppingen zeitlebens verbunden und war noch mindestens drei Mal in Eppingen, 1984 starb sie im Alter von 92 Jahren in Los Angeles
Seit dem 28. Februar 2008 darf unsere Schule ihren Namen tragen. Wenn wir uns die „Wand der Werte“ anschauen, mit den Begriffen „ehrlich, weltoffen, vielfältig, zuverlässig, musikalisch, heimatverbunden, wissbegierig, wertschätzend“, so wissen wir alle diese Werte im Leben Selmas verankert. Selmas Rosenfelds Namen dürfen wir als Geschenk und Auftrag zugleich verstehen, denn es gilt immer wieder neu, diese Werte mit Leben und Inhalt zu füllen.

 

Quelle: Heitz, Lisa-Damaris: Selma Rosenfeld, In: Heimatfreunde Eppingen e.V. (Hg.): Jüdisches Leben im Kraichgau. Zur Geschichte der Eppinger Juden und ihrer Familien. S. 161-167.

 

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